Meine Passion: Sport in eisigen Zeiten

Interview mit Titus Dittmann – auf dem Skateboard durch eisige Zeiten


Titus Dittmann fotografiert von Stefan Lehmann


Mit skate-aid in Krisengebieten

Sport zu lieben und das besonders auch in eisigen Zeiten ist unsere Passion diese Woche. Doch dabei geht es nicht immer nur darum, den Sport selbst aktiv zu machen, sondern diesen auch anderen Menschen in eisigen Zeiten überhaupt erst zu ermöglichen. So wie Titus Dittmann – Anstifter der gemeinnützigen Initiative skate-aid. Bei ihm haben eisige Zeiten nicht unbedingt etwas mit der Temperatur zu tun. Denn bei den Projekten seiner Initiative skate-aid geht es darum, Menschen und besonders Kindern Sport und Entwicklung durch Bewegung  gerade dort zu ermöglichen, wo die äußeren Lebensumstände extrem schwer und nachteilig sind, also in anderem Sinne geradezu „eisig“.

Gerade in Kriegs- und Krisengebieten, dort wo soziale Missstände und schwierige Lebensumstände herrschen und Kinder und junge Menschen besonders stark betroffen sind und in ihrer Entwicklung gehemmt sind, da setzt skate-aid mit ihren Projekten an. Über Skateboard-Workshops und den Bau von Skateparks zum Beispiel gibt skate-aid den Kindern wieder Hoffnung. Die Skateparks bieten den Kindern Freiäume, in denen sie spielerisch ihre Persönlichkeit entwickeln und ihre Potentiale und Fähigkeiten entdecken und entfalten können, also sich selbstbestimmt verwirklichen können.


Titus Dittmann fotografiert von René Golz

„Skateboarding ist Begeisterung pur und ein fantastisches pädagogisches Werkzeug, um Kinder stark zu machen.“ 

Wie Skateboarding das schafft und warum es Titus Dittmanns Passion ist, anderen Menschen und besonders Kindern skateboarden zu ermöglichen, hat er uns in einem Interview verraten:

„Skateboarding ist Begeisterung pur und ein fantastisches pädagogisches Werkzeug, um Kinder stark zu machen. Und als Anstifter bei skate-aid treibt es mich an, die Kinder auf dieser Welt mit dieser immensen Power in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

Ich habe es 1977 im Studium kennengelernt und war als angehender Pädagoge sofort fasziniert. Die Jugendlichen konnten gar nicht genug davon kriegen, waren voller intrinsischer Motivation zu fahren und den nächsten Trick zu schaffen.

Das Skateboarding hat eine geniale, positive Lernspirale. Und alles läuft selbstbestimmt, in Freiräumen, ohne dass einem ein Erwachsener reinredet. Skateboarder entwickeln ganz selbstverständlich Mut, einen festen Willen, Leistungsbereitschaft, Ausdauer und Frustrationstoleranz. Alles Dinge, die man auch im restlichen Leben sehr gut gebrauchen kann.


Titus Dittmann fotografiert von Maik Giersch

WOW – Genau wie intombi, feierte skate-aid 10-Jähriges Jubiläum

Auf die Idee [skate-aid zu initiieren] kam ich, als ich 2009 eine Initiative in Kabul mit Skateboard-Stuff unterstützte. Ich habe gemerkt, dass das Skateboard Kindern gerade in den Ländern hilft, in denen die Lebensumstände sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung hemmen und gefährden. Da hab‘ ich mir gedacht: Da kann ich was machen. Und so ist meine Initiative skate-aid entstanden, die mittlerweile in 30 Projekten auf der ganzen Welt engagiert ist.“

„Skateboarden ist dein eigenes Ding, keiner redet dir rein. Du steckst dir deine Ziele selber, und dein Selbstvertrauen wächst an deinen Erfolgen. Es macht dich stark.“

Und auch gerade Mädchen profitieren vom Skateboarding, davon ist er überzeugt, vor allem in Gebieten, in denen es Mädchen auf Grund ihres Geschlechts oftmals besonders schwer haben und sie als minderwertige Mitglieder der Gesellschaft gesehen und behandelt werden. Denn in den skate-aid Skateparks dürfen alle mitmachen – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder sozialem Status. Skateboarding verbindet, fördert Selbst-Vertrauen und Toleranz und es macht stark.

„Es macht auch Mädchen stark“, so Titus Dittmann, „das sehen wir ja in den Projekten wie Afghanistan. Fast die Hälfte der Skateboarder dort sind Mädchen. Sie sind gut in etwas, was Eltern, andere Erwachsene und Mullahs nicht können. Ein Mullah ist ein Ehrentitel eines islamischen Rechts- und Religionsgelehrten/ Status eines Gelehrten. So werden sie selbstbewusst, und das strahlt auf andere Lebensbereiche aus. Als starke Individuen, die gelernt haben an sich zu glauben, können sie ihre Gesellschaft bereichern und sich aktiv einbringen.“



„Im Leben wie beim Skateboarden gilt: Du musst immer einmal öfter aufstehen als hingefallen sein.“

Und Titus Dittmann hat noch einen besonderen Tipp an uns alle:

„Macht euer Ding und lasst euch nicht reinreden, aber tragt auch die Verantwortung, wenn‘s schief geht. Stärkt eure Stärken, aber steht auch zu euren Schwächen und glaubt immer an euch selbst! Chancen muss man nutzen, solange sie da sind, mit festem Willen kommen die Ziele näher. Aber ihr dürft nicht vergessen, dass im Leben wie beim Skateboarden gilt: Du musst immer einmal öfter aufstehen als hingefallen sein.“


Wir sind begeistert von skate-aid und dem unermüdlichen Kampf von Titus Dittmann und seinem Team – Kindern die Chance zu geben, die sie verdient haben!




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