Workcamps für den Blick über den Tellerrand…

„Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst.“

Dalai Lama

Das empfiehlt zumindest der Dalai Lama. Für mich als Geographin (in der Schule versteht man hierunter Erdkunde), die sich aus beruflichem und persönlichem Interesse mit der Erdoberfläche und deren Veränderung beschäftigt, ist das natürlich besonders wichtig.

Bereits im Alter von drei Jahren habe ich mit meiner Familie die Insel Madeira besucht. Auch wenn ich mich an die Details natürlich nur noch wegen der Fotos erinnere, war das damals bestimmt eine bereichernde Erfahrung für mich. Wenn ich richtig gezählt habe, war ich seitdem in knapp 20 Ländern auf fünf Kontinenten – in manchen mehrfach. Und dank meines derzeitigen Jobs lerne ich auch viele unterschiedliche Regionen in Deutschland kennen.

„Reisen bedeutet Grenzen zu überschreiten, auch die eigenen.“  

Wanda Rezat

Da kann ich auch die eine oder andere Geschichte erzählen, wenn es darum geht sich plötzlich in relativ gefährlichen Stadtteilen wiederzufinden oder freilebenden Krokodilen zu begegnen. Aber es kann auch schon eine Herausforderung sein, zum ersten Mal eine andere Sprache mit Muttersprachlern zu sprechen oder  sich in einer fremden Stadt zu orientieren. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich viele Reisen in einer Gruppe machen konnte. Während der Schulzeit konnte ich mehrmals am Englandaustausch teilnehmen, war in Griechenland auf Studienfahrt und mit mehr als 1000 Messdienerinnen und Messdienern in Rom. Außerdem hat es mich mit Freunden an die Nordsee und nach Bulgarien sowie mit der großen Exkursion im Studium in die USA verschlagen. Viele dieser Reisen haben sicher auch zu meinem Wunsch Geographie zu studieren, beigetragen.

Manus #girlsforgirls Tipps für dich!

1) Nutze Gelegenheiten, um zu reisen und die Welt zu entdecken: Austauschprogramme an Schulen sind zum Beispiel erschwinglicher als “ganz normale” Urlaube und vielleicht auch etwas spannender.

2) Reise in Gruppen, dann fällt es leichter sich auf den Weg zu machen. Reisen braucht je nach Ziel auch etwas Mut, gegenseitig könnt ihr euch stärken und ein bisschen aufeinander aufpassen.

„Wenn du die Speisen ablehnst, die Brauchtümer ignorierst, die Religion fürchtest und die Menschen meidest, bleibst du besser Zuhause“

James Michener

Das war eigentlich nie eine Herausforderung für mich. Ganz im Gegenteil: einfach nur am Strand liegen, das liegt mir nicht. Land und Leute kennenlernen, etwas sehen, etwas erleben, damit möchte ich meine Zeit verbringen. Ich glaube ich war 15 Jahre alt, als ich eine großartige Art zu reisen entdeckt habe: ein Workcamp. Noch immer kann ich mir nicht genau erklären, wieso es dann Jahre gedauert hat, bis ich dann an einem Workcamp teilnehmen konnte. Nach Abschluss meines Studiums hatte ich dann das Glück bei den Kolping Jugendgemeinschaftsdiensten – dem Workcampanbieter meines Vertrauens – machen zu dürfen. Deshalb konnte ich an meinem Workcamp gleich als Teamleiterin teilnehmen. Mit acht Mädchen und jungen Frauen habe ich zwei Wochen in einem Delfintherapiezentrum in Litauen mitgearbeitet und anschließend das Land bereist. Dabei konnten wir viel über das Land und die Kultur, aber auch über die deutsche Geschichte lernen. Und in der Gruppe konnten wir uns selbst auch alle ein bisschen besser kennenlernen.

Jetzt plane ich gerade die nächste Reise: Im Juli 2019 geht es zum nächsten Workcamp. Mit vier bis neun Jugendlichen und Erwachsenen geht’s nach Galapagos, Ecuador. Drei Wochen lang werden wir im Nationalpark auf der Insel San Cristobal 1000 km vor der lateinamerikanischen Küste mitarbeiten:

  • bei der Reittherapie assistieren
  • Himbeerhecken schneiden
  • Umweltschutzprojekte durchführen
  • Anschließend haben wir noch eine Woche Zeit Ecuador zu bereisen.

Einziger Haken: Die Reise ruiniert durch den langen Flug meine Klimabilanz.

Klimabilanz? Was soll das sein?

Kohlenstoffdioxid (CO2) wird als Hauptverursacher des Klimawandels angesehen. Mit dem persönlichen Konsumverhalten trägt jeder einzelne zum Klimawandel bei. Die persönliche Klimabilanz sagt etwas darüber aus, wieviel CO2 jeder einzelne verursacht. Hier kannst du den Test machen und ausrechnen, wie deine Klimabilanz aussieht.

Unabhängig davon freue ich mich darauf die unbekannten Speisen, die fremden Brauchtümer, die Religionen und die Menschen kennenzulernen. Aber egal wo es hin geht: Der Blick über den Tellerrand bringt uns meist nicht nur räumlich, sondern auch persönlich weiter.

So kannst du Manu nach Ecuador begleiten:

Zur Teilnahme am Workcamp in Ecuador sind spanische Sprachkenntnisse von Vorteil. Außerdem solltest du am besten beim Abreisetag 17 Jahre alt sein. Hier findest du mehr Infos zu Manus Workcamp.

Drum o Mensch, sei weise, pack die Koffer und verreise.

Wilhelm Busch

  • Warum würdest gerne einmal an einem Workcamp teilnehmen?
  • Wohin möchtest du gerne einmal reisen?

Eure Manu

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