Alleinsein – kann man das lernen?



Hallo, hier ist Alma!

Es ist schon komisch mit dem Alleinsein: an manchen Tagen ist es unglaublich erfüllend, an anderen jedoch fühlt es sich rein nach Einsamkeit an. Kann man es also lernen, das Alleinsein? Wieder und wieder Zeit mit sich selber verbringen, das Gefühl von aufkommender Einsamkeit ignorieren, ihm trotzen, bis man das Alleinsein gelernt hat? Oder ist es viel mehr eine Sache von Glück, von Zufall, ob man nun eben den richtigen Moment zum Alleinsein erwischt hat, diesen leeren Moment mit seiner Selbst füllen kann anstatt sich seiner Leere bewusst zu werden? 

Ich war nicht immer gerne allein.

Früher, als Kind, fand ich es schrecklich, wenn meine Eltern abends weggegangen sind, selbst wenn Geschwister, Großeltern oder Babysitter an ihrer Stelle geblieben sind. Ich konnte nicht alleine einschlafen, und über Jahre hinweg bin ich mitten in der Nacht umgezogen, um im Zimmer meiner Eltern weiter zu schlafen. Selbst wenn die Angst vor dem Alleinsein und der Wunsch, immer in der Nähe meiner Eltern zu sein, mit dem Alter allmählich besser wurde, habe ich nie bewusst Zeit mit mir alleine verbracht, ganz zu schweigen davon, diese Zeit aktiv gesucht zu haben. 

Bewusste Zeit mit mir alleine

Mit Beginn des Studiums und dem Auszug von zu Hause jedoch, habe ich gelernt, Zeit bewusst mit mir alleine zu verbringen. Es gibt mir den Raum, zur Ruhe zu kommen, meinen eigenen Gedanken zuzuhören, Erlebtes zu verarbeiten und neue Wünsche und Träume aufkommen zu lassen. Mittlerweile ist mir diese Zeit alleine so wichtig geworden, dass ich in meinem Alltag bewusst Raum für sie schaffe: Bei einem Abendspaziergang, einem Cafébesuch mit Buch, beim Laufen oder Fahrrad fahren.

Fehlen diese freien Momente, die Zeit zum Alleinsein, fällt es mir schwerer, mich auf andere zu konzentrieren, für sie da zu sein. Indem ich also regelmäßig bewusst Zeit mit mir selber verbringe, kann ich in anderen Momenten bewusst für andere da sein. 

Alleine mit einem Problem? Hier gibt´s Hilfe!

Wenn du dich gerade alleine mit Deinen Problemen fühlst und mit jemanden reden möchtest, kannst Du anonym diese Nummer kostenfrei anrufen: 116 111 Das ist die „Nummer gegen Kummer“, deren Team du bei Nöten und Sorgen anrufen kannst.

Ein Gefühl der Einsamkeit

Und doch kommt es zwischendurch immer wieder vor, dass die gezielt gesuchte Zeit allein in ein Gefühl von Einsamkeit umschlägt. Wenn statt schönen Gedanken und Erinnerungen Sorgen und unschöne Erlebnisse hochkommen, wünsche ich mir einen Gesprächspartner oder Ablenkung. Trotz meiner Übung im Alleinsein, ist es mir also noch nicht gelungen, diese Momente der Leere zu umgehen. Doch will ich das? Zeit allein, in der die eigene Gesellschaft völlig ausreicht ist wunderschön und erfüllend. Und doch denke ich, dass die Zeit alleine, die in ein Gefühl der Einsamkeit übergeht, oft mindestens genauso wichtig ist. Einerseits um zu lernen, sich mit negativen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzten, diese wahrzunehmen, zuzulassen, und ihnen Beachtung zu schenken. Andererseits aber auch, um zu merken, dass nicht alles alleine gelöst werden kann. 

Kann man das Alleinsein lernen?

Also zurück zu meiner Anfangsfrage: Kann man das Alleinsein lernen? Eine klare Antwort darauf habe ich nicht. Was man jedoch lernen kann, ist das Alleinsein zu schätzen. Unabhängig davon, ob sich das Alleinsein erfüllend oder einsam anfühlt, denke ich, dass jeder lernen sollte, mit diesen Gefühlen umzugehen. Nur indem wir uns selber zuhören und kennenlernen, können wir mit uns selber im Reinen sein. Hin und wieder sollte sich jeder ein wenig Zeit für sich nehmen um sich seiner persönlichen Gefühls- und Gedankenwelt bewusst zu werden. Denn nur wenn wir mit uns selber im reinen sind, können wir auch wirklich für andere da sein. 

Was meinst du, bist du manchmal gerne alleine? Wo siehst du den Unterschied zwischen Einsamkeit und allein sein, was gut tut?

Eure Alma






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