Teil 2: Schauspielen – Franziska Benz erzählt uns wie es gehen kann


Ich bin mit Franziska Benz und im zweiten Teil des Sommer Blog Specials, erzähle ich euch meine #afterschoolstory.


Mein Kindheitstraum

Tatsächlich war es schon in meinem kleinen Kinderkopf fest verankert, eines Tages Schauspielerin zu sein. Schon als Kind war ich fasziniert davon, in andere Rollen zu schlüpfen, mich zu verkleiden und Menschen damit im besten Fall zum Lachen zu bringen.

Ich bin Schauspielerin mit Leib und Seele und verkörpere aktuell die Rolle der Michelle Bauer bei der RTL Serie „Alles was zählt“. Daher ist mein Alltag sehr geprägt von Dreharbeiten, Eiskunstlauftraining, Textvorbereitung, Schauspielcoaching und Sport und genau so liebe ich es.


Arbeit vs. Privatleben

Für mich gibt es, wenn ich eine Rolle spiele, kaum einen Unterschied zwischen Privatleben und Arbeit. Ich würde es auch weniger als Arbeit bezeichnen, vielmehr habe ich das Glück, meine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben. Daher schmeiße ich mich zu 100 Prozent in die Dreharbeiten oder Theaterproben, je nachdem, was gerade ansteht, gehe voll darin auf und genieße es einfach.

Gleichzeitig brauche ich natürlich meine kleinen Pausen oder Auszeiten, um wieder kreativen Input zu schöpfen und freue mich, abends mit meinem Hund und Freunden im Park zu sitzen oder gehe wahnsinnig gerne alleine ins Kino.

Abi in der Tasche – jetzt gehts erst richtig los

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich mit meinem Abizeugnis in der Tasche das Schulgebäude verließ und dachte, wow, jetzt haste was richtig Großes geschafft! Und ein paar Monate später musste ich über genau diesen Augenblick leicht schmunzeln, weil „das Große“ dann erst richtig losging und ich empfinde es so, dass es immer wieder „was neues Großes“ zu meistern gilt.
Nach dem Abi habe ich erst einmal ein Jahr an verschiedensten Theaterhäusern im deutschsprachigen Raum hospitiert und assistiert, um einen guten Einblick von dem zu bekommen, was ich selbst so unbedingt machen wollte. Das war eine super aufregende, spannende, prägende Zeit: Zum ersten Mal von zu Hause auszuziehen, eigene Schritte gehen, der Verwirklichung des eigenen Traums immer näher zu kommen.


Meine Chancen standen 1:150

Parallel bewarb ich mich an den ganzen staatlichen Schauspielschulen für einen Studienplatz, was sich als sehr nervenaufreibend und langwierig herausstellte, da sich pro Schauspielschule ca. 1500 junge Menschen auf 10 freie Studienplätze bewerben. Noch dazu 2/3 Frauen und nur 1/3 Männer.


Mein Willen war stark, also habe ich mich auf den Weg gemacht

Gerade frisch 20 geworden, tourte ich also mit dem Zug und meinen vorbereiteten Monologen von Schauspielschule zu Schauspielschule, hatte mit Niederschlägen und Selbstzweifeln zu kämpfen, mit den Sorgen der Eltern, die mich natürlich lieber in einem „normalen“ Studium gesehen hätten, und so begann ich, wenn auch nur ein paar wenige Semester, Deutsch und Französisch zu studieren.


Dennoch war das Ziel Schauspielerin immer klar vor Augen und es gab nichts, was mich davon abbringen konnte. Schließlich bekam ich in Ludwigsburg an der Akademie für Darstellende Kunst den lang ersehnten Studienplatz und genoss die vier Jahre Studium in vollen Zügen.
Anschließend hatte ich das Glück, an verschiedenen Theaterhäusern in Deutschland und Österreich auf der Bühne zu stehen. Im ersten Moment war es schwer, zu akzeptieren, kein sogenanntes Festengagement für zwei Jahre an einem Theater zu bekommen, wie fast alle meiner Kommilitonen, rückblickend war es für mich aber genau das Richtige, als freie Schauspielerin an unterschiedlichen Häusern Erfahrungen sammeln zu können und so letztlich auch den Weg vor die Kamera gefunden zu haben.


Bei Luca geht es jetzt richtig los – so lebt er seine Berufung

Mein Name ist Luca Rausch, ich bin 25 und Schauspieler aus Köln. Mir liegen die Menschen, die mich in meinem Leben begleiten, dieser Planet und all die Welten die sich auf ihm befinden am Herzen. Meine Tage bestehen aus Arbeit, Leben, Liebe, Kunst und Kaffee, wobei die Grenzen da fließend sind. 


Kein Job ist vergleichbar

Nach einer abgebrochenen Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich, musste ich dringend aus dem Dorf raus und so weit weg vom Schreibtisch wie möglich. Ich hab in meinem Leben schon echt viele Jobs gehabt, so ungefähr 10, keiner davon ist wie der „Job“ Schauspiel. Schauspielen ist manchmal intensiver als leben. Oder wann hast du das letzte Mal innerhalb von einer Stunde und in einem Raum drei Menschen gekillt, zwei geliebt, dich mit einem verschworen und dabei gelacht, geweint, geschrien und gehofft? 


Foto: Amy Haghebaert

Für mein Abi habe ich mich zusammen gerissen

Ich wollte in der 11. Klasse die Schule hinschmeißen. Mit meiner Mutter bin ich dann zusammen zur Berufsberatung des Arbeitsamtes gegangen. Die Dame dort meinte dann, ich sei nicht ganz auf den Kopf gefallen, meine Noten seien gut und ich solle mich mal noch zwei Jährchen zusammenreißen. Das hab ich dann gemacht und bin froh darum. Abi war 2,9 – ist für die Schauspielerei aber eh vollkommen egal, ha!


Mein Mantra: Eigenes Ego zuhause lassen und sich frei machen

Das öffnet neue Horizonten und Welten im kreativen Prozess. Mut zur Albernheit, Hässlichkeit, Peinlichkeit. Etwas wagen. „Halte dich aus.“ sagt mein Coach. „Nicht Privat werden.“ ist vielleicht so ein Satz, der sich in meiner gesamten Laufbahn bisher durchgezogen hat. Es geht vielmehr darum, seinen privaten Bullshit an der Tür abzugeben und sich dem Handwerk, der Kunst, dem Gegenüber im Spiel und der Kamera bzw. dem Publikum zur Verfügung zu stellen.


Mit Absagen oder ausbleibenden Antworten musste ich lernen umzugehen. Vor Allem ist es wichtig, sich davon frei zu machen eine Absage als eine grundsätzliche Kritik an der künstlerischen Eignung, dem eigenen Aussehen oder sogar der Person, aufzufassen. 


Mein Tipp für euch

Seid mutig, probiert euch aus, Scheitern ist Lernen und ich will nie aufhören zu lernen. Ihr hoffentlich auch nicht. Love and peace

Diese Einstellung hilft mir bei Herausforderungen

Die größte Herausforderung für mich als Schauspielerin ist es, immer wieder darauf zu vertrauen, dass die richtigen Dinge in den richtigen Momenten passieren. Ich habe es selbst nicht wirklich in der Hand, welches Engagement als nächstes kommt. Gleichzeitig besteht die Kunst für mich auch darin, stets aktiv zu sein, in Bewegung zu bleiben und mein Glück nicht nur von Engagements abhängig zu machen.


So ist es für mich in der Öffentlichkeit zu stehen

Da ich vom Theater komme, war ich es anfangs überhaupt nicht gewohnt, dass ein gewisser „Hype“ um die eigene Person gemacht wird. Für mich besteht der Schauspielerberuf darin, sich mit seinem Körper und seiner Phantasie dem Stück oder der Rolle, die man spielt, vollkommen zur Verfügung zu stellen. Da war es zu Beginn meines Engagements bei „Alles was zählt“ schon sehr seltsam, ein eigenes Instagram und Facebook Profil zu eröffnen und Fotos von mir zu posten.


Inzwischen gehört es für mich aber vollkommen dazu und macht sogar Spass, weil es schön ist, direktes Feedback von den Zuschauern zu bekommen und im Austausch mit ihnen zu sein. Und gleichzeitig bin ich mir darüber bewusst, eine gewisse Vorbildfunktion zu haben, die ich natürlich bestmöglich erfüllen möchte.



Große Schauspieler-WGs haben mich sehr geprägt

In der Zeit vor der Schauspielschule habe ich während meiner Praktika immer in großen Schauspieler-WGs gewohnt, war rund um die Uhr im Theater mit den Kollegen. Ich bin so glücklich über diese Begegnungen, die mich sehr geprägt haben, die mir Mut gemacht haben, dass ich auf dem für mich richtigen Weg bin und vor allem entstanden Freundschaften, die heute noch bestehen und das ist einfach schön.


Dieser fun fact über mich kann Stunden dauern

Ich kann stundenlang am Bahnhof Menschen beobachten, wie sie gehen, warten, sich unterhalten. Ich frage mich dann, was wohl ihre Backstory ist und finde so mein Futter für meine Rollen. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich die Gangart eines Fremden nachahme und hoffe, dass mich in dem Moment niemand beobachtet.


#girlsforgirls Tipp von Franziska Benz: Lebe deinen Traum!

Wofür brennst du? Wo liegt deine Leidenschaft?

Deine Franziska




Wie sehr hat dir der Artikel geholfen?

Gib uns deine Herzen.

Dir hat der Artikel gefallen...

...dann folg uns doch auf Social Media!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Aktuelle Beiträge

Brotlose Kunst – als ob!

„Brotlose Kunst“, „Also wirst du Lehrerin?“, „Was macht man denn damit? Du wirst bestimmt arbeitslos“. In Köln geboren mit polnischem Hintergrund, studiere ich Germanistik, allgemein vergleichende Literatur und Kulturwissenschaft, Skandinavistik im Hauptfach und Geographie im Nebenfach.

 

Bin ich bereit für das Auslandssemester?

Ich studiere zurzeit Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule in Münster. Im Rahmen des Praktikums habe ich eine Vor- und Nachbereitung bei intombi in Köln. Hier bekomme ich einen Einblick in die Arbeit einer NGO