Als Annatalogy kämpft Annalisa in den Sozialen Medien für mehr Gleich­berechtigung von gehörlosen Menschen


Die blonde Annalisa trägt ein blaues Oberteil und hat die Arme vor der Brust verschränkt. Sie steht vir einer großen grauen Treppe.
Annalisa. Foto: Laura Westermann Photography

Ich bin Annalisa, 20 Jahre alt und komme aus der Nähe von Frankfurt am Main. Außerdem bin ich CODA (Child of Deaf Adults), also Kind gehörloser Eltern. So bin ich mit der Gebärdensprache als Muttersprache und mitten in der Gehörlosenkultur aufgewachsen, was mich natürlich sehr geprägt hat. Momentan studiere ich Germanistik und Anglistik und setze mich neben dem Studium für die Inklusion gehörloser und schwerhöriger Menschen ein.



Wofür brennst du und wie lebst du deine Passion aus?

Ich brenne auf jeden Fall für Gleichberechtigung und Inklusion (Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Unabhängig von Aussehen, Sprache oder einer Behinderung. Jede:r kann mitmachen). Dadurch, dass ich von klein auf mitbekommen habe, wie sehr gehörlose Menschen benachteiligt werden und wie wenig Inklusion eigentlich umgesetzt wird, regte sich schon früh der Wunsch, etwas dagegen zu tun. Die Ursprünge dieser Benachteiligungen liegen im Ableismus, der in unserer Gesellschaft sehr stark verankert und internalisiert ist (Ableismus = Ungleichbehandlung/ Diskriminierung wegen einer körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung oder aufgrund von Lernschwierigkeiten). Genau dagegen möchte ich angehen, indem ich aufkläre, informiere und anderen diese Themen so näher bringe. Denn nur wenn man weiß, was eigentlich hinter einer Behinderung steckt, kann man auch verstehen, welche Barrieren noch abgebaut werden müssen.



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Was findest du an der Gebärdensprache besonders – was sollten alle darüber wissen?

Die Gebärdensprache ist einfach so eine besondere und unglaublich wichtige Sprache. Sie ist der Weg, mit dem gehörlose Menschen und viele mehr miteinander kommunizieren und sich so verständigen können. Durch sie werden Barrieren abgebautund Inklusion kann sichergestellt werden. Die Sprache hat natürlich auch eine ganz besondere Geschichte und ist hier in Deutschland auch erst seit 2002 anerkannt. Das ist auch der Grund, warum so wenige von ihr wissen oder sie gar sprechen können. Ich hoffe aber, dass sich das mit der Zeit ändern wird.



Schon mal was vom Studiengang “Sprache und Kultur der Gehörlosen­gemeinschaft” gehört? Katharina hat in Berlin “Deaf Studies” studiert. Was das genau für ein Studiengang ist und worin die Herausforderungen liegen, erfährst du in ihrem Artikel.

Was wünscht du dir von hörenden Menschen, das den Alltag von Gehörlosen vereinfachen würde? Wie könnte ein mögliches Engagement ganz konkret aussehen?

Ich wünsche mir eine Bereitschaft, sich mit der Gehörlosenkultur und der Gebärdensprache zu befassen und aktiv an der Inklusion gehörloser Menschen zu arbeiten. Viele haben einfach Berührungsängste und wollen am liebsten gar nichts mit diesem Thema zu tun haben. Dabei ist es so wichtig, sich selbst und das eigene Umfeld dafür zu sensibilisieren. Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen Gebärdensprache lernen (wenigstens die Basics) und so den Alltag von gehörlosen Menschen jedenfalls etwas erleichtern. Und von Entscheidungsträger:innen wünsche ich mir, dass gehörlose Menschen IMMER mitgedacht werden.

Ob beim Konzert, bei einem Fernsehbeitrag oder auf Instagram. Es fängt schon damit an, dass die Untertitelung von Beiträgen im Fernsehen oder auf Instagram lange nicht selbstverständlich ist. Das muss sich einfach ändern. Also konkret: Immer an Untertitel denken, Basics der Gebärdensprache lernen und mit dem eigenen Umfeld über dieses Thema reden. Gehörlosen (und generell behinderten Menschen) eine Bühne zu geben, wenn man die Möglichkeit hat, ist auch super wichtig!



Bei Instagram und Youtube macht sich Annalisa für die Gleichberechtigung von gehörlosen Menschen stark und leistet Aufklärungsarbeit. In diesem Video erfährst du Fakten über die Gebärdensprache und Annanlisa zeigt dir ein paar Umgangsformen und Vokabeln als Gebärden.


Annalisas Girls-for-Girls-Lifehack:

„I ́ll never give up. I ́ll never be quiet. I promise.“ Diese Sätze aus “The Hate You Give“ haben mir schon ganz oft Kraft gegeben und mich darin bestärkt, immer weiter zu machen. Man kann wirklich Dinge erreichen und so klein sie auch sind, sie tragen immer etwas zum großen Ganzen bei.



Annalisa kämpft für mehr Imklusion und Gleichberechtigung. Foto: Laura Westermann Photography

*Dieser Artikel enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung.



Annalisas Muttersprache ist die Gebärdensprache. Kannst auch du dir vorstellen, die Gebärdensprache zu lernen, um das Zusammenleben von gehörlosen und hörenden Menschen zu vereinfachen? Schreib es uns in die Kommentare!




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