Das gibt’s auch: Kulturschock beim Zurückkommen

Foto: André Josselin

Hallo, hier ist Lulu!

Ich war schon einige Male im Ausland, sogar für längere Zeit, auch im nicht-europäischen Ausland (vor allem in Entwicklungsländern). Mal 5 Tage, mal 5 Wochen und mal 5 Monate. Eines bleibt aber immer gleich: mein Kulturschock und der umgekehrter Kulturschock. Ich persönlich bin ein Mensch, der sehr gut mit einem Kulturschock umgehen kann, da ich mich inhaltlich und mental immer gut auf das jeweilige Land vorbereite. Doch worauf man sich nicht vorbereiten kann, ist das Zurückkommen.


Alles vertraut und doch fremd

Ich finde es immer wieder komisch nach Hause zu kommen, wieder jede Nacht im gleichen Bett zu schlafen und auch ohne Klimaanlage zu frieren. Aber es liegt nicht nur daran, dass die deutsche Bevölkerung kinderarm ist oder dass ich wieder für die Krisen meiner Freunde bereitstehe. Es sind die Privilegien, welche einem so sehr bewusst werden, sobald man an einem europäischen Flughafen landet.

Man hat Zimmer und Bett für sich allein, eine Krankenkassen, kostenlose Bildung, hat Waschmaschine und Spülmaschine und kann einfach so in den Supermarkt. Es gibt mir ein Gefühl von Sicherheit in Deutschland zu sein, aber auch ein schlechtes Gewissen, denn ich weiß, dass das, was meine Freunde als Abenteuer bezeichnen, anderer Menschen Leben ist.

So sieht das Leben von einem Mädchen in Ruanda aus

Über das Leben, das manche als Abenteuer bezeichnen würden, hat auch Alex einen Artikel geschrieben. Es geht darum, wie das Leben von Mädchen in Ruanda aussieht und wie das es meistern.

Man vergisst zu schnell in der Hektik des Alltags dies zu wertschätzen. Denn der Stress, der ist in Deutschland natürlich nicht zu umgehen – auch wenn man es noch so sehr versucht. Da versucht man weiterhin gut zu schlafen und ausgelassen zu sein und dann fängt man wieder an, zu arbeiten, geht wieder in die Uni, meldet sich wieder im Fitness-Studio an und da ist er wieder: der stressige Alltag, den man doch niemals wieder haben wollte.


Der Alltag ist schneller wieder da als man denkt

Und schon fängt man sich wieder an über Kleinigkeiten zu ärgern und ertappt sich dabei. Eigentlich wollte man sich vornehmen, sich nicht mehr zu ärgern, sondern es wertzuschätzen, denn diese Kleinigkeiten, über die man sich jetzt ärgert oder sie gar übersieht, hat man im Ausland noch vermisst. Aber da war man wochenlang aufgeregt, ist gereist, hat eine neue Kultur und neue Menschen kennengelernt, hat geschwitzt und geweint und nun ist man wieder daheim – und nun?

Also das Gefühl ist bei mir so wie es ist wenn man eine Serie zu Ende geguckt hat… man weiß für eine Zeit nichts mit sich anzufangen, weil wieder alles vertraut ist aber durch die neuen Eindrücke auch alles so fremd… Und es ist so furchtbar kalt..

Wann hattest du schon mal einen Kulturschock? Eher wenn du ins Ausland gehst oder zurück nach Deutschland kommst?

Eure Lulu




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