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Meine Passion: Stark gegen Sexismus

Wie sexistisch sind wir? 3 wichtige Gründe warum wir unsere Verhaltensmuster hinterfragen sollten




Ist doch ein Kompliment” oder “War doch nur Spaß – Stell dich doch nicht so an“… So etwas hören besonders junge Frauen häufig. Die Rede ist von Sexismus. Aber was ist das eigentlich? Was bedeutet Sexismus oder sexistisch zu sein und wie zeigt sich das? Warum ist Sexismus sogar gefährlich und wie kann man dagegen angehen?

Um diese Fragen zu beantworten haben uns Franzi, Gina und Sophie ihre eigenen Erfahrungen mit Sexismus erzählt. Sie erklären dir, warum und wie wir alle unsere alltäglichen Verhaltensmuster hinterfragen sollten.



1. Sexismus ist diskriminierend und gefährlich!

Sexismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Dieser Diskriminierung liegt die Annahme zugrunde, dass ein Geschlecht dem anderen überlegen ist und sich daraus Unterdrückung, Benachteiligung und Zurücksetzungen rechtfertigen“, erklärt Sophie (21 Jahre, aus Mannheim). “Diese Prozesse können bewusst oder unbewusst passieren. Definiert wurde der Begriff erst in den 60er Jahren in der US-amerikanischen Frauenbewegung.

Opfer von Sexismus sind in den meisten Fällen Frauen. An dieser Stelle muss ich natürlich betonen, dass nicht alle Männer sexistische Verhaltensmuster aufzeigen”, stellt Sophie klar. “Aber das Leben von Mädchen und Frauen wird strukturell von Sexismus beeinflusst, was bei Männern nicht der Fall ist. Sexismus kann in extremen Formen wie Misogynie, also extremer Frauenfeindlichkeit, zu sexueller Belästigung und Gewalt gegen Frauen, Victim Shaming von weiblichen Opfern und andere Arten psychischer und physischer Gewalt führen. Daher muss gerade im alltäglichen Sexismus jedoch das Umdenken beginnen.” Wie du dich gegen Catcalls und sexuelle Belästigung einsetzen kannst und was das genau bedeutet, erfährst du hier.



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2. Sexismus ist ein strukturelles Problem und betrifft uns alle!

Ich bin in einem behüteten Umfeld aufgewachsen, mit Raum für Selbstverwirklichung und vielen Privilegien, über die ich mir durchaus bewusst bin. Was ich aber dennoch nicht kann, ist alleine Nachts durch die Straßen zu laufen, ohne zumindest auf der Hut zu sein, in einem Club ein Getränk in der Hand halten und nicht drauf zu achten, ob mir jemand was hinein gießt, tragen was mir beliebt ohne Kommentare über mein Aussehen von fremden Personen zu bekommen oder einfach weniger ernst genommen zu werden, nur weil ich eine Frau bin“, erklärt uns Franzi (29 Jahre, aus Bonn).

Nicht immer ist Sexismus offen und ehrlich, nicht immer fällt er direkt auf, nicht immer bin ich in der Lage mich dagegen zu wehren. Ich möchte mich nicht davon frei machen. Ich habe definitiv auch schon sexistische Witze gemacht“, erklärt sie das Problem. Auch Gina (20 Jahre, aus dem Ruhrgebiet) ist sich darüber bewusst. “Sexismus ist überall, selbst unter Feministen“, sagt sie.


Foto: Franzi

Wir sollten uns ohne Einschränkungen entfalten können

“Ich würde nicht sagen, dass es meine Passion ist mich gegen Sexismus einzusetzen. Ich habe andere Passionen – aber diese kann ich nur ausleben, wenn ich gerecht behandelt werde. Ich habe viele sehr intelligente Frauen in meinem Leben getroffen, die sich immer wieder selbst im Weg stehen. Dies ist meiner Meinung nach der Fall, weil Sexismus ein strukturelles Problem unserer Gesellschaft ist“, erklärt Gina.

Man kann dieses Problem nicht einfach nur damit lösen, Frauen mehr Möglichkeiten und Rechte zu geben, das Problem geht dafür viel zu weit. Ich glaube, dass Sexismus etwas ist, was ganz tief in uns allen liegt. Daran sind weder nur die Männer, noch nur die Frauen Schuld, es sind die tiefliegenden Aspekte unserer Gesellschaft, die uns davon abhalten uns als Individuen zu sehen. Natürlich ist unser Geschlecht ein wichtiger Bestandteil unseres Seins, aber ich bin der Meinung, dass man sich in erster Linie als Mensch entfalten sollte, nicht als Mann oder Frau“, macht sie deutlich.



Eine Kampagne des Europarats

Sexismus bezeichnet jeden Ausdruck (Handlung, Worte, Abbildung, Geste), der auf der Idee basiert, dass manche Menschen, meistens Frauen, aufgrund ihres Geschlechts minderwertig sind.

Sexismus ist schädlich. Er erzeugt Gefühle der Wertlosigkeit, Selbstzensur, die Annahme von Vermeidungsstrategien, Veränderungen von Verhalten, und eine Verschlechterung der Gesundheit. Sexismus resultiert aus Geschlechterungerechtigkeit. Er betrifft Frauen und Mädchen unverhältnismäßig oft.

➤ Einzelne Vorfälle von Sexismus mögen harmlos erscheinen, aber sie erschaffen eine Atmosphäre der Einschüchterung, Angst und Unsicherheit. Dies führt zur Akzeptanz von Gewalt, meist gegen Frauen und Mädchen.

Sexismus betrifft vor allem Frauen
Er kann auch Männer und Jungen betreffen, 
wenn sie sich nicht den stereotypen Geschlechterrollen 
der jeweiligen Gesellschaft anpassen.

➤ Die schädlichen Auswirkungen von Sexismus können für einige Frauen und Männer aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihres Alters, einer Behinderung, ihrer sozialen Herkunft, Religion, Geschlechtsidentität, sexuellen Orientierung oder anderer Faktoren verstärkt werden.


Teste dich hier selbst – Wie sexistisch bist du vielleicht selbst?



3. Sexismus ist überwindbar – wenn wir gemeinsam laut sind!

“Ich will nicht von Anfang an mit dem Mindset in eine Unterhaltung einsteigen, dass ich mich aufgrund meines Geschlechtes verteidigen muss“, verrät uns Sophie traurig. “Ich will nicht, dass Frauen sich in ihrem Leben eingeschränkt fühlen, nur weil sie sich durch ihr Geschlecht verurteilt und abgelehnt fühlen. Ich will nicht, dass junge Mädchen mit dem Gedanken aufwachsen, Sexismus einfach wegzustecken und sich daran gewöhnen zu müssen.”

Aber wie können wir nun gemeinsam dagegen angehen und echter Gleichberechtigung frei von Sexismus tatsächlich näher kommen? Dafür haben Gina, Franzi und Sophie konkrete Ideen. Ihre drei Schritte gegen Sexismus:


  • Informiere dich über Sexismus und dessen Auswirkungen!
    “Ich habe mich oft gefragt, inwiefern insbesondere Männer überhaupt für ihre sexistischen Gedanken und Verhaltensmuster verantwortlich zu machen sind, da sie in eine Gesellschaft hineingeboren werden, in der sie es nicht anders lernen. Aber ich habe beschlossen: das ist keine Entschuldigung. Wenn ich mich darüber informieren kann, wie mein White Privilege mich beeinflusst und wie das Leben von People of Color durch Diskriminierung beeinflusst wird, kann sich jeder über Sexismus und seine Folgen informieren. Daher ist es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sich selbst und andere über Sexismus zu informieren“, fordert Sophie.
  • Erhebe deine Stimme gegen Sexismus und kläre auf!
    “Ich selbst habe aus meinen Fehlern gelernt und lerne jeden Tag dazu. Oft ist einem nicht direkt bewusst, was man mit manchen Taten oder Äußerungen anrichten kann. Aber dafür ist Aktivismus und Aufklärungsarbeit ja da. Eine laute Stimme zu sein, die sich gegen Sexismus und für andere Menschen stark zu machen ist eine Sache, die mich glücklich macht, die mir Kraft gibt und mich voran treibt”, verrät Franzi.
  • Feminismus als Schritt in die richtige Richtung!
    Feminismus bedeutet für mich nicht, dass alle Frauen jetzt zu Männern mit Brüsten werden müssen. Es bedeutet auch nicht, dass Frauen keine Hausfrauen mehr sein dürfen und alle in die Führungsetage von großen Firmen müssen. Es bedeutet schlichtweg, dass Frauen in die Führungspositionen können, aber auch Hausfrau werden können. Im Feminismus, so wie ich ihn mir vorstelle, muss nichts, kann aber alles. Man sollte einfach so sein dürfen, wie man sein will. Wir haben in diesem Bereich schon große Fortschritte gemacht, doch wir sind noch nicht am Ziel”, versichert Gina.


Echte Gleichberechtigung ohne Seximus – gemeinsam sind wir stark und können viel erreichen.

Auch Plan International möchte mit ihrer globalen Kampagne “Girls Get Equal” auf die noch immer vorherrschende strukturelle Ungleichbehandlung von Mädchen aufmerksam machen und für echte Gleichberechtigung kämpfen. Und zwar gemeinsam – mit dir und allen von uns. Wie das geht verrät dir Pia in unserem Artikel #girlsgetequal.




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