Selbstliebe und Akne. Bianca von Hautgeflüster zeigt, wie das zusammenpasst


Bianca hält einen Strauß Sonnenblumen, auf den sie lächelnd hinunterschaut.
Bianca

Bianca ist 26 Jahre jung und kommt aus Graz, Österreich. Drei Monate nach dem Absetzen der Pille, bekam sie die stärkste Form der Akne (Acne conglobata). In Sachen Schulmedizin kam sie schnell an ihre Grenzen, denn vier Sorten Antibiotika und Cortisontabletten verschlimmerten die Lage. Bevor sie vor zehn Jahren mit der Einnahme der Pille begann, hatte sie keine Akne. Auf Instagram teilt sie ihre Erfahrungen, ihren Weg die Akne auf natürlichem Wege zu heilen, ihre Erfolge und ihre Rückschläge. Um damit anderen, denen es ähnlich geht, Mut zu machen. In diesem Artikel spricht sie über ihren Weg zu Selbstliebe, den Umgang mit Herausforderungen und gibt anderen jungen Frauen eine wichtige Botschaft zum Absetzen der Pille.


Wie hat dein eigenes Umfeld auf die Veränderung deiner Haut reagiert?

Zu Beginn verabschiedete sich mein Selbstbewusstsein mit jedem neuen Tag, der anbrach und an dem ich mein Gesicht voller Akne im Spiegel sah. Ich habe mich gefragt, weshalb es ausgerechnet mich treffen muss, wo ich nicht rauche und trinke und mich gesund ernähre. Auf keine dieser Fragen fand ich eine Antwort und so begann ich langsam meine Situation und meine Haut zu akzeptieren und lernte, dass ich nur heilen kann, wenn ich mit meinem Körper zusammenarbeite und meinen aktuellen Hautzustand annehme.

Kaum jemand glaubte mir, dass sich meine Haut tatsächlich durch das Absetzen der Pille verschlechterte. Viele konnten es nicht einmal als Akne identifizieren und konnten mir auch nach meinen Erzählungen nicht richtig glauben oder es verstehen. Ich habe aufgegeben Menschen einen Grund zu liefern, den sie akzeptieren und auf den sie es schieben können. Kaum jemand in meinem Umfeld hatte selbst je an Akne gelitten oder sich mit diesem Thema beschäftigt. Mein Freund, meine Familie und Freunde standen hinter mir, zeigten Mitgefühl und begaben sich zusammen mit mir auf diese Reise. Meine gesamte Familie und meine Freunden stehen zu mir und dafür bin ich ihnen unglaublich dankbar. (@haut.gefluester)



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Was sind die Herausforderungen deines Alltags?

Für mich war es sehr schwer mit den Schmerzen der Akne umzugehen. Nachdem die Medikamente meine Haut zunehmend verschlechterten und ich danach gänzlich darauf verzichtete, konnte ich bloß abwarten, bis die Schmerzen wieder abklangen. Ich war auf mich selbst gestellt und hatte immer wieder Schwierigkeiten damit, die Hoffnung nicht zu verlieren. Der der Versuch mir das Gesicht zu waschen war unglaublich schmerzhaft. Durch große Zysten in der Wangengegend und hinter den Ohren, war es mir eine Zeit lang nicht möglich auf einer Gesichtsseite zu schlafen. Unter der Dusche kamen mir die Tränen, wenn mich der Duschstrahl im Gesicht traf. Meine größte Herausforderung war es, diese Schmerzen zu überstehen. Ich denke, dass viele Menschen außerdem vergessen welch eine psychische Belastung eine Hautkrankheit wie diese mit sich bringt und welche Stärke es erfordert, nicht aufzugeben und täglich sein Gesicht der ganzen Welt zu zeigen.


“Jedes Wort und jeder Blick traf mich mitten ins Herz

Seinen Alltag weiterhin zu meistern, kostet an manchen Tagen sehr viel Überwindung. Wenn ich mich an meine wohl schlimmste Zeit zurückerinnere, kann ich noch immer die Blicke spüren, die mir zugeworfen wurden und das Getuschel hören, wenn ich mir im Bus einen Sitzplatz suchte. Jedes Wort und jeder Blick traf mich mitten ins Herz. Meistens ließ ich es mir nicht anmerken, manchmal weinte ich vor dem Einschlafen und manchmal vor dem Spiegel, manchmal heimlich und manchmal vor meinen Liebsten. Ich versuchte diese Worte nicht zu hören und die Blicke nicht zu spüren und alles einfach wegzulächeln, aber einfach war es nicht.

Auf meiner Seele bleiben Spuren zurück und in meiner Erinnerung kann ich mich in all die unangenehmen Situationen zurückversetzen und sofort spüre ich ihn wieder, diesen Schmerz, den kein Mensch auf dieser Welt, aufgrund seines Aussehens je spüren sollte. Heute habe ich gute und schlechtere Phasen, aber das ist okay. Ich denke, man muss nicht 365 Tage im Jahr guter Dinge sein. Dennoch gebe ich der Hautkrankheit nicht die Macht, meinen Alltag zu bestimmen. Teilweise tut sie das natürlich, aber ich möchte mich durch die Akne nicht aufhalten lassen. Mein Leben geht weiter, ich kann nicht auf „Pause“ drücken und ich weiß auch, dass es auf dieser Welt so viel steinigere Wege gibt, als diesen hier.


Kanntest du diese Fakten über die Haut, unserem größten Organ?



Was würdest du jungen Frauen raten, die die Pille absetzen möchten und Angst vor den Folgen oder bereits Probleme mit ihrer Haut haben?

Die Pille abzusetzen war die beste Entscheidung meines Lebens, ich hätte diese schließlich nicht für den Rest meines Lebens zu mir nehmen können. Ich wünschte, ich hätte diesen Schritt schon viel früher gewagt. Trotz schleichender Nebenwirkungen habe ich erst viel zu spät begonnen, die Pille zu hinterfragen. Erst im Nachhinein erkannte ich Nebenwirkungen, welche ich ganz klar auf die Pille zurückführen kann.

Die Akne ist schlimm und schmerzt natürlich auch. Man kann im Vorhinein nicht wissen, wie sich das Absetzen der Pille äußern wird. Wir alle reagieren anders und auch wenn ich im Vorfeld gewusst hätte, was auf mich zu kommt – ich hätte die Pille dennoch abgesetzt. Ich habe mich selbst wiedergefunden und fühle mich in meinem Körper, wohler denn je zuvor, trotz der Akne. Auf den eigenen Körper zu hören ist das allerwichtigste und mit Sicherheit der richtige Weg.





Dein Köper sagt dir, was sich für dich richtig anfühlt. Höre auf dein Bauchgefühl und mache nichts, womit du dich unwohl fühlst. Für jede von uns können sich ganz unterschiedliche Dinge gut und richtig oder eben schlecht anfühlen. Informiere dich in jedem Fall und frage Expert:innen nach Rat.





Hast du ähnliche Erfahrungen mit dem Absetzen der Pille gemacht? Oder überlegst du, sie abzusetzen? Schreibe uns deine Erfahrungen gerne in die Kommentare.




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Kommentare

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  1. Simone um 19:09

    Hallo, ich heisse Simone und werde 45 Jahre alt
    Seit ich 12 Jahre bin, leide ich unter Akne. Mal mehr, mal weniger. Noch heute, habe ich vorallem am Kinn oft schwere Entzündungen. Ich nehme schon lange nicht mehr die Pille.,trotzdem weiss ich, das die Menschen einem anstarren. Ich leide sehr darunter, und kann die junge Frau gut verstehen. Hoffe, das es bald der Vergangenheit angehört. Liebe Grüße Simone

    • intombi Team um 7:49

      Hallo Simone, danke für deine Geschichte!
      Wir hoffen, dass die Gesellschaft irgendwann sensibler mit Äußerlichkeiten umgehen kann. Wir wünschen dir nur das beste. Dein intombi-Team

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